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Perspektiven für die Fabrik der Zukunft |
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„Produktionswirtschaft 2000 – Perspektiven für die Fabrik der Zukunft„ – so ist das vorliegende Werk überschrieben. Doch ist das nicht ein Widerspruch: Fabrik und Zukunft? Haben Fabriken, d.h. die materielle Produktion, in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft noch Zukunft? Befinden wir uns nicht inmitten der Informationsrevolution, im Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft, in der die Produktion und Verarbeitung von Informationen die Produktion und Verarbeitung materieller Stoffe dominiert? Genau an dieser Schnittstelle – und in diesem Spannungsfeld – zwischen Fabrik bzw. Produktion einerseits und den ökonomischen Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien andererseits ist das Thema des vorliegenden Buches angesiedelt. Sein Ziel ist es, Wissenschaftlern wie Praktikern gleichermaßen den Blick für aktuelle und zukünftige Entwicklungen zu schärfen, mit denen produzierende Unternehmen im neuen Jahrtausend konfrontiert werden. Es will zeigen, welche Potentiale die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in der Produktion eröffnen und so einen Einblick in die Fabrik des nächsten Jahrtausends gewähren – in eine Zukunft, die für viele Unternehmen heute schon begonnen hat. Das Spektrum der Beiträge ist dabei genauso vielseitig und facettenreich wie die Fabrik der Zukunft und die Zukunft der Produktion. Als gemeinsamer Nenner der einzelnen Beiträge und der dort aufgezeigten Entwicklungen lassen sich vor allem drei Tendenzen identifizieren: Die Fabrik der Zukunft ist vernetzt, sie weist vollkommen neue Führungs- und Planungsstrukturen auf – und in ihrem Mittelpunkt steht der Mensch. So erweist sich heute die Vision der menschenleeren, vollautomatischen Fabrik, die lange Zeit als Prototyp der Produktion der Zukunft galt, als realitätsferne Fiktion. Denn sie schaltet den Menschen nicht nur als Quelle höchster Flexibilität, sondern vor allem als einzige Basis von Kreativität und Innovation aus. Nicht umsonst nennt der Bekleidungskonzern Bennetton seine kreative Ideenschmiede, in der Künstler, Designer und Gesellschaftswissenschaftler aus aller Welt Trends aufspüren und neue Konzepte entwerfen, Fabrica: die Fabrik als Keimzelle der Entwicklung und Umsetzung menschlicher Geschicklichkeit, Flexibilität und Kreativität. Auch wenn die Information immer mehr zum kritischen und entscheidenden Faktor im Wettbewerb wird, so wandeln sie erst die Menschen in der Produktion mit ihrem Know-how, ihrer Flexibilität und ihrer Begeisterung in Wettbewerbschancen um. Dies galt gleichermaßen für die Produktion des vorliegenden Buches. Zwar wäre ohne moderne Informationstechnologien auch die Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen, doch der wichtigste Produktionsfaktor war die menschliche Arbeit. Die Herausgeber durften aus dem Wissen, der Innovationskraft und der Kreativität von insgesamt 45 Autoren schöpfen – die ihrerseits wieder durch eine Vielzahl von Helfern unterstützt wurden. Allen Autoren und deren Mitarbeitern sei deshalb an dieser Stelle ganz herzlich gedankt, daß sie uns an ihren Gedanken und Ideen teilhaben ließen. Weiterer Dank gebührt vor allem Frau Hermine Schöffmann-Stadler für ihre koordinierenden Tätigkeiten sowie unseren studentischen Hilfskräften und hier insbesondere Frau Daniela Waringer, die bei Konvertierung, Aufbereitung und Satz der Beiträge Nerven und Engagement bewiesen. Autoren und Herausgeber widmen dieses Werk Herrn Prof. Dr. Horst Koller, Ordinarius des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre an der Julius-Maximilians-Universität zu Würzburg, anläßlich seines 65. Geburtstags. Prof. Koller hat in seiner mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit als Lehrstuhlinhaber und in der vorangegangenen ebenso langen Zeit in der Beratung und industriellen Forschung immer wieder Bewährtes mit Visionärem verbunden und kritisch zu hinterfragen gewußt, ohne dabei den Blick für die Potentiale des Neuen zu verlieren. Viele Generationen von Studenten und Assistenten durften von seinen Erfahrungen und seinem Wissen profitieren. Dabei stand bei ihm stets das selbständige und kreative Arbeiten im Vordergrund. Dies ist zwar bestimmt schwieriger und mühsamer als die Wiederholung bewährter Weisheiten oder wohlklingender Schlagworte, doch nur so kann Neues entstehen und Zukunft gestaltet werden. Ihm und allen Leserinnen und Lesern wünschen wir in diesem Sinne neue Erkenntnisse, Einfälle und Handlungsanregungen, aber auch viel Spaß und intellektuelle Herausforderungen beim Lesen. |
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