|
Perspektiven für die Fabrik der Zukunft |
|
NEUE KONZEPTIONEN FÜR STRATEGIE UND MANAGEMENT |
|
Teil A diskutiert einführend den strategischen Rahmen, in dem heute Industriebetriebe handeln und sich positionieren müssen. Die einzelnen Beiträge zeigen dazu jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln Perspektiven auf und geben konkrete Handlungsanweisungen. Bullinger und Lott (Kapitel 2) entwerfen mit dem Instrument des Target Management einen Ansatz, der die Kundenanforderungen konsequent in den Mittelpunkt der Gestaltung und des Betreibens des gesamten Unternehmens stellt. Dieser Beitrag steht am Beginn dieses Werkes, da allzuoft in Unternehmen noch die Devise vorherrscht „Was kann das Unternehmen?„, nicht aber, „Was sind die Anforderungen der Kunden?„. Auch die neuen IuK-Technologien können ihre Potentiale letztendlich nur dann entfalten, wenn diese marktorientierte Denkrichtung das Selbstverständnis des Unternehmens beherrscht. Der gleichen Frage nach der langfristig-strategischen Ausrichtung und Gestaltung wirtschaftlicher Organisationen geht Thome (Kapitel 3) – jedoch aus einer völlig anderen Perspektive – in seinem Beitrag nach. Er zeigt, daß insbesondere durch die zwei wesentlichsten informationstechnischen Entwicklungen der letzten Jahre – Standardanwendungssoftware und Electronic Commerce – moderne Softwarestrukturen verstärkt Orgaisationsfunktionen übernehmen. Heutige Organisationen kommen so immer mehr in die Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit ihrer Software bzw. der in ihr hinterlegten Auswahl an organisatorischen Alternativen. Diese bestimmen auch den eigentlichen Kundenbezug eines Unternehmens und Effektivität wie Effizienz des Vollzug der daraus abgeleiteten Unternehmensprozesse. Eine Abstraktionsebene tiefer ist der Beitrag von Warnecke (Kapitel 4) angesiedelt. Er stellt flexible Managementwerkzeuge vor, mit denen die Unternehmensführung adäquat auf neue Marktanforderungen reagieren kann. Zielsetzung der Entwicklung dieser Tools ist, die Bereiche Modellierung, Simulation und Visualisierung in einem modular aufgebauten Systembaukasten aus Standardsoftwarekomponenten zusammenzuführen. Ergebnisse sind ein virtuelles Prototyping von Produkten, Strukturen und Abläufen – die allerdings wiederum in den grundsätzlichen Rahmen der übergeordneten Softwarestrukturen eines Unternehmens einzuordnen sind. Während die ersten drei Beiträge implizit oder gar explizit von einer positiven Wirkung des Einsatzes moderner IuK-Technologien auf das Unternehmen ausgehen, untersucht Zelewski (Kapitel 5) in seinem Beitrag das interessante Phänomen des Produktivitätsparadoxons der Informationstechnik. Ergebnisse empirischer Untersuchungen lassen darauf schließen, daß Investitionen in neue Informations- und Kommunikationstechnologien nicht zu den erwarteten Produktivitäts- bzw. Rentabilitätssteigerungen geführt haben. Diese vermutete fehlende oder sogar negative Wirkungsbeziehung widerspricht der Annahme eines rationalen Entscheidungsträgers in den betroffenen Unternehmen. Zelewski geht dieser Fragestellung aus der Perspektive des Informationsmanagements nach. Gerade durch ihre formale Präzision sind seine Ausführungen dabei von hoher praktischer Relevanz und zeigen auch einen Ansatz auf, das Paradoxon zu überwinden. Der Beitrag von Huchzermeier (Kapitel
6) schließlich bildet die Überleitung zu den folgenden Teilen
des Buches. Er untersucht auf Basis des „Real Option„-Ansatzes, in welcher
strategischer Situation eine Unternehmung besser in die Entwicklung von
Massenprodukten und wann sie besser in die Entwicklung kundenindividuell
massenproduzierter Produkte (Mass Customization) investieren sollte. Damit
wird quasi eine Auswahlmöglichkeit zwischen dem „alten„ und „neuen„
Modell der industriellen Wertschöpfung (siehe Kapitel 1) vorgestellt.
Der Beitrag zeigt allerdings, daß beide Prinzipien keine unvereinbaren
Alternativen sind, sondern in einem engen Zusammenhang zueinander stehen
und es ökonomisch Sinn machen kann, die Entscheidung für eine
der beiden Fertigungsstrategien erst kurz vor Markteintritt zu treffen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|