Produktionswirtschaft 2000

Perspektiven für die Fabrik der Zukunft

Vertragliche Gestaltung von 
Just-in-Time- Kooperationen
Im letzten Jahrzehnt ist eine Vielzahl von Just-in-Time-Partnerschaften entstanden, die über die klassische Lieferanten-Produzenten-Beziehung weit hinausgehen. Daß diese Kooperationen nicht immer erfolgreich verliefen, lag auch daran, daß die Vertragspartner noch zu sehr dem klassischen Vertragsrecht sowie ihren eigenen (Produktions-)Kostenvorteilen verhaftet waren. Der vorliegende Beitrag stellt den Versuch dar, sich von den engen Vertrags- und Kostenbegriffen zu lösen und zu prüfen, wie Just-in-Time-Kooperationen dennoch vertraglich abgesichert werden können. 

Es wird gezeigt, daß die Beachtung der entstehenden Transaktionskosten zu einer erheblichen Differenzierung der Vertragsgestaltung führt, je nachdem wie eng eine Kooperation sein soll. Grundsätzlich bilden Logistikkooperationen die loseste Form der Zusammenarbeit, bei denen die Transaktionskosten mehrheitlich in enger Verbindung mit den expliziten Regeln des Vertragswerks stehen. 

Entwicklungskooperationen, bei denen der Lieferant häufig zum gleichberechtigten Partner des Abnehmers heranwächst, erfordern hingegen größere Vertragslücken, die dann wieder Transaktionskosten verursachen. Letzten Endes lassen sich mit Hilfe des gewählten Ansatzes Kriterien dafür entwickeln, welche Aspekte in einem Kooperationsvertrag geregelt werden sollen. Jedoch bleibt die endgültige Aufnahme einer Regel in den Vertrag häufig eine Ermessensentscheidung der Partner, die auf gegenseitigem Vertrauen und der Reputation der anderen Partei gegründet ist.
 

 
Die Autoren

 
UNIV.-PROF. DR. JOACHIM REESE 

studierte Mathematik, Informatik und Volkswirtschaftslehre. Er promovierte und habilitierte sich im Bereich Betriebswirtschaftslehre und hatte seit 1987 Professuren in Hagen, Bonn und Lüneburg inne. Gegenwärtig ist Prof. Reese Inhaber des Lehrstuhls für Produktion und Wirtschaftsinformatik an der Universität Lüneburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Analyse und der Entwurf bestandsorientierter Produktions- und Logistiksysteme, Anwendungen von Ansätzen der Neuen Institutionellen Ökonomie sowie die Entwicklung und das Management von Informationssystemen.

Homepage: http://www.uni-lueneburg.de/fb2/bwl/prod/prhome.htm
E-Mail: reese@uni-lueneburg.de
 

DR. SILKE SCHÄTZER 

promovierte im Bereich Betriebswirtschaftslehre an der Universität Lüneburg und ist derzeit Lehrbeauftragte für Wirtschaftsinformatik an der FHDW Hannover. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Anwendung der Transaktionskostentheorie und das Management von Dienstleistungen.

Homepage: http://www.uni-lueneburg.de/prowi/ehemalige.htm
E-Mail: fhdw@pb.bib.de

DIPL.-KFM. TIMO SCHRÖDER 

absolvierte das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Lüneburg und leitet jetzt die Abteilung Finanz- und Rechnungswesen in einem mittelständischen Unternehmen des Einzelhandels in Dollern.

 

 
 
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