Produktionswirtschaft 2000

Perspektiven für die Fabrik der Zukunft

Führung in virtuellen Organisationsformen
Unter den veränderten Wettbewerbsbedingungen sind klassische Organisations- und Steuerungskonzepte nicht mehr ohne weiteres anwendbar. Virtuelle Unternehmen weisen eine Reihe von spezifischen Charakteristika auf, die neue Herausforderungen an die unternehmerische Führung stellen. So stellt z.B. die adäquate und problemorientierte Konfiguration von Modulen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette eine wichtige Managementaufgabe dar. Da die praktische Umsetzung des oftmals geforderten „Management by Objectives“ hierbei nicht immer leichtfällt, ist ein geeigneter Mittelweg zwischen zentraler und dezentraler Koordination zu finden. 

Unabdingbare Voraussetzung zur Bewältigung dieser Problembereiche ist ein ausgeprägtes gegenseitiges Vertrauensverhältnis der kooperierenden Netzwerkpartner. Aufgrund der Tatsache, daß die zentralen Erfolgsfaktoren und Besonderheiten virtueller Unternehmen mit klassischen Controllingmethoden nur unzureichend erfaßt werden können, müssen zur effizienten Koordination und Organisation der verschiedenen Module und Akteure effiziente Werkzeuge entwickelt werden, wobei insbesondere der geeigneten Gestaltung von Anreizsystemen große Bedeutung zukommt. Wichtig erscheinen hierbei insbesondere Instrumente, die eine dezentrale Steuerung i.S. eines weitgehenden „Selbst-Controlling“ der einzelnen Mitarbeiter erlauben. Die o.g. Herausforderungen können dabei nur durch einen effektiven und effizienten Einsatz unterschiedlicher Medien bewältigt werden, die sich sowohl zur Koordination von Aufgaben eignen als auch soziale Beziehungen berücksichtigen.
 

 
Die Autoren

 
PROF. DR. DR. H.C. ARNOLD PICOT 

ist Vorstand des Instituts für Organisation der Ludwig-Maximilians-Universität München und leitet das Seminar für Informations- und Kommunikationsforschung. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren - sowohl in der Theorie als auch in zahlreichen Forschungsprojekten - mit Fragen der effizienten Koordination von inner- und zwischenbetrieblichen Austauschbeziehungen. Maßgebliche Veröffentlichungen zu dieser Thematik sind u.a. „Die Grenzenlose Unternehmung - Information, Organisation, Management„ (zusammen mit R. Reichwald und R. Wigand) sowie „Organisation - eine ökonomische Perspektive" (zusammen mit H. Dietl und E. Franck).

Homepage: Seminar für Betriebswirtschaftliche Informations- und Kommunikationsforschung
E-Mail: picot@bwl.uni-muenchen.de

PROF. DR. DR. H.C. RALF REICHWALD

ist Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine und Industrielle BWL der Technischen Universität München. Als Gastprofessor lehrte er an der University of Texas und an der Syracuse University und ist seit Januar 1999 Inhaber einer ständigen Gastprofessur an der Universität Tunis. Seine Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich empirische Organisationsforschung, Anwendung neuer IuK-Technik in Organisation, Telekooperation (akt. Veröffentlichung: „Telekooperation - Verteilte Arbeits- und Organisationsformen„, Springer 1998) sowie Innovationen im Dienstleistungsbereich.

Homepage: Lehrstuhl für Allgemeine und Industrielle BWL, TU München
E-Mail: reichwald@aib.wiso.tu-muenchen.de
 

 
 
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