| Der Begriff Virtualisierung mag sehr stark
mit materielosen, nur in der Vorstellung existenten Dingen assoziiert sein
und vielleicht besticht er gerade deshalb so sehr, wenn es um die Umstrukturierung
von Industriebetrieben geht. Sie sind auf den ersten Blick weder materielos
noch existieren ihre Produkte nur in der Vorstellung. Bei näherer
Betrachtung zeigt sich allerdings schnell, daß sich hinter den vordergründig
„handfesten“ Dingen auch bei Industriebetrieben mindestens eben so viele
Ansatzpunkte für die virtuelle Handhabung verbergen wie bei Dienstleistungsbetrieben.
Dieser Artikel stellt einige der wichtigsten
Konzepte der Virtualität von Unternehmen dar und illustriert anhand
von Beispielen mögliche Wege zu kompetitiven Industriebetrieben. Dabei
steht „Internet“ als integrierende Technik dem Schlagwort „Virtualität“
als integrierendes Unternehmenskonzept gegenüber. Es wird deutlich,
daß durch das Wechselspiel zwischen Technik und Organisation neue
Rollen des Managements notwendig werden. Die Virtualität ist deshalb
kein Selbstzweck. Durch Spezialisierung und gleichzeitiger Kooperation
verbinden virtuelle Unternehmen Konzepte zur Steigerung der Effektivität
mit effizienten Formen der Zusammenarbeit. Dies scheint insbesondere in
den vielen reifen Märkten, in denen sich Industriebetriebe bewegen,
eine wichtige Voraussetzung zu sein.
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